Ende der ersten Cruise – 2013 geht es wieder hinaus

Written by Karin Sigloch on Sonntag, 28 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

26. Oktober 2012

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Die “Marion Dufresne” kehrte heute gegen 9:00 nach Le Port zurück – das Ende unserer Ausfahrt. In den letzten vier Wochen haben wir 57 Breitbandseismometer entlang unserer 15000 km langen Route ausgesetzt. Zusätzlich wurden bathymetrische, gravimetrische und magnetische Daten entlang der gesamten Route und auf ausgewählten zusätzlichen Profilen gesammelt. Im Oktober 2013 wird es wieder hinaus gehen, um die Seismometer und ihre Daten vom Meeresboden heraufzuholen, dann mit dem deutschen Forschungsschiff “Meteor”.

Unser Schiffsarzt Pierre Henry hatte glücklicherweise nicht viele Patienten. So verbrachte er viel Zeit mit Zeichnen und Malen, besonders von Szenen des Bordalltags, wie im Beispiel oben.

Ein Leben nach der Marion Dufresne?

Written by Maria Tsekhmistrenko on Sonntag, 28 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

25. Oktober 2012

Der letzte Tag ist angebrochen. Nur noch wenige Stunden bis wir schließlich von Bord gehen und erstmals seit Wochen wieder festen Boden unter den Füssen spüren werden.

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Wir verlassen das Schiff, welches uns, wenn für auch nur relativ kurze Zeit, ein Zuhause war.

Wehmütig habe ich die letzten Tage meinen Kaffee auf meinem Lieblingsplatz draußen auf dem Deck genossen. Niemals ist mir der Blick auf den indischen Ozean langweilig erschienen. Jeden Tag habe ich voll und ganz genossen, und viele Augenblicke von dieser Forschungsfahrt gehen mir durch den Kopf, während ich hier sitze:

Jeans Käseplatte; Patrik, unser bester Freund hinter der Bar; Chris wie er begeistert nach Mitspielern für Kicker sucht nach jeder Mahlzeit; Hennings langer Marsch nach seinem „big, black, bad“ –Kaffee; Karins und Guilhems eifriges Suchen nach dem perfekten Spot für das OBS; Sachas unermüdliche Nachtschichten, die einem die langen Stunden angenehmer machen; Heiners Gitarrenspiel; Oliviers tägliche Aufforderungen nach neuen „Freiwilligen“ für den Talk; der geballte Marsch der Offiziere zum Abendessen; die Deployments, die Marion Dufresne, der Ozean…

Ich danke allen, die auf dieser Forschungsfahrt (LEG 1 und 2) dabei waren für diese unglaublich tolle, aufregende, lehrreiche, faszinierende und definitiv unvergessliche Zeit auf diesem Schiff.

Letztes OBS ausgelegt und gefeiert

Written by Karin Sigloch on Sonntag, 28 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

23. Oktober 2012

Gestern Nachmittag haben wir unser 57. und letztes Ozeanbodenseismometer ausgelegt. Eine kleine Feier ging dem erfreulichen Ereignis voraus.

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Besonderes Outfit für den besonderen Anlass: Christine Läderach und Henning Kirk marschieren aufs Achterdeck für den letzten OBS-Funktionscheck und für die Feierlichkeiten vor dem Abtauchen. (Foto: Maria Tsekhmistrenko)

 

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Fahrtleiter Guilhem Barruol richtete seine Ansprache an zahlreich erschienenes Publikum (praktisch das ganze Schiff). Dann verliehen wir Große RHUM-RUM Medaillen an die drei Bootsmänner Arthur, Gilles, Jérôme und ihre Teams, mit Dank für ihre fachmännische Hilfe und jederzeit gute Laune, rund um die Uhr. (Foto: Wayne Crawford)

 

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Unmittelbar darauf wurde das letzte OBS von Arthurs Team ausgesetzt. Hoffentlich zeichnet es jetzt bis 2013 seismische Signale auf dem Meeresboden auf, wie seine 56 vorangegangenen Kollegen. An diesem Meilenstein für unser Projekt öffnete Satish Singh etliche Flaschen Champagner für alle Beteiligten. (Foto: Karin Sigloch)

 

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Frohe Gesichter beim Aussetzen des letzten OBS: Wissenschaftler und Schiffbesatzung der Messfahrt MD 192, Leg 2. (Foto: Wayne Crawford)

SWIR-Array ausgelegt

Written by Chris Scheingraber on Mittwoch, 17 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

17. Oktober 2012

Nach einer langen Nacht für das OBS-Team und die Projektleiter ist das aus 8 Ozeanbodenseismometern bestehende Sub-Array erfolgreich auf dem Südwestindischen Rücken ausgesetzt.

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3:30 morgens im Datenraum.

Stationsplan der 8+1 Instrumente, die gestern Abend und in der Nacht ausgelegt wurden.

Stationsplan der 8+1 Instrumente, die gestern Abend und in der Nacht ausgelegt wurden.

Als Vorstudie für nächstes Jahr hatte unser Kollege Wayne auch einen absoluten Druckmesser nahe einer der ersten Stationen abgeworfen. Nachdem alle 8 Seismometer ausgelegt waren, wurde gegen 5:00 morgens der Druckmesser wieder zur Oberfläche gerufen. Zwei Stunden später wurde er mit einem kleinen Beiboot eingeholt und von der Schiffsmannschaft sicher an Deck gebracht. Heute fährt die Marion Dufresne weiter auf ihrem Kurs entlang des Ozeanischen Rückens.

Als Vorstudie für nächstes Jahr hatte unser Kollege Wayne Crawford auch einen absoluten Druckmesser nahe einer der ersten Stationen abgeworfen. Nachdem alle 8 Seismometer ausgelegt waren, wurde gegen 5:00 morgens der Druckmesser wieder zur Oberfläche gerufen. Zwei Stunden später wurde er mit einem kleinen Beiboot eingeholt und von der Schiffsmannschaft sicher an Deck gebracht. Heute fährt die Marion Dufresne weiter auf ihrem Kurs entlang des Ozeanischen Rückens.

 

Lange Nacht am Mittelozeanischen Rücken

Written by Karin Sigloch on Dienstag, 16 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

16. Oktober 2012

Lange Nacht am Mittelozeanischen Rücken

Letzte Vorbereitungen für den intensivsten Abschnitt unserer Messfahrt: in etwa zwei Stunden kommen wir an einem besonderen, gut kartierten Segment des Südwestindischen Rückens an. Dort wollen im Laufe der Nacht und des Morgens 8 Ozeanboden-Seismometer und einen absoluten Druckmesser aussetzen, auf der (für uns) kleinen Fläche von 30 km x 60 km. Dieser OBS-Array ist ein Vorhaben unserer Kollegin Vera Schlindwein, die mit seismischen Methoden Struktur und Verhalten von mittelozeanischen Rücken untersucht, besonders solchen wie hier, die sich nur sehr langsam spreizen. Wir werden für die Daten aus diesem verdichteten Netzwerk auch noch viele andere Verwendungen haben, unter anderem zur Untersuchung des tiefen Mantels unter La Réunion.

Seit wir vor zwei Tagen den südlichsten Punkt unserer Reise bei 34°S erreicht haben, folgen wir dem Südwestindischen Rücken nach Nordwesten. Auf einem endlosen, platten Ozean erscheint es unwirklich, dass sich unter uns ein Teil der größten Bergkette des Planeten hinzieht, Teil der weltweit verbundenen mittelozeanischen Rücken. Das Schiffsbathymeter stellt die einzige sinnliche Verbindung zu dieser Wirklichkeit her. Zwar bildet es jeweils auch nur einen schmalen Ausschnitt der gewaltigen Berge ab, aber die Konsequenzen sind doch ziemlich real: bei den letzten OBS-Stationen hätte ein Versatz um wenige Kilometer jeweils auch einen Höhenunterschied von tausend Meter oder mehr bedeutet: werfen wir ins tiefste Tal ab, oder doch lieber auf den Rand des Abgrunds?

Für den kommenden OBS-Array wird es die Mitte des großen Grabens sein, plus ein Vulkan, der dazwischen aufragt (und damit immer noch 3000 m unter der Oberfläche bleibt). Nachdem wir an 40 OBS in einem relativ gemächlichen Tempo geübt haben, steigt die Erwartung auf eine schnelle und aktionsreiche Nacht, wo alles zusammenspielen muss und hoffentlich auch wird.

Rendez-vous der OBS

Written by Florian Schmid on Donnerstag, 11 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

11. Oktober 2012

Wayne erklärt Kasra, Erik und Henning die Funktionsweise des französischen OBS Gerätes.

Seit am Montag drei französische OBS Spezialisten mit Ihren neun Geräten an Bord gekommen sind, ist es noch bunter auf dem Arbeitsdeck geworden. Während das deutsche OBS-Team das Helikopterdeck und den Hangar der Marion Dufresne in Beschlag genommen hat, haben sich die französischen Kollegen auf dem Hauptdeck eingerichtet.

Angetrieben durch eine gute Portion Neugier und das Interesse an den fremden OBS Geräten, wurde gestern ein gemeinsames Rendezvous und aller OBS-Spezialisten hier an Bord arrangiert, bei dem jede Gruppe ihre Geräte und deren Funktionsprinzipien vorstellen durfte.

Während die deutschen Geräte („LOBSTER") ihrem Namen entsprechend sehr an Krebse erinnern, fällt einem bei der Betrachtung der französischen Geräte die Analogie zu einem Mars-Roboter ein, welcher bald die Tiefen des Indischen Ozeans erforschen wird. Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Systemen ist, dass bei den französischen Geräten nach der Ankunft am Meeresboden das Seismometer vom Rest des OBS getrennt wird und dann nur noch durch ein Kabel verbunden ist. Ob dieser Unterschied, einer festen Kopplung oder Entkopplung vom Rest des Geräts, einen Einfluss auf die Qualität der aufgezeichneten Daten hat, wird heiß diskutiert unter den Seismologen an Bord. Umso mehr gespannt sind wir auf das Einholen der Geräte im nächsten Jahr, wo wir vielleicht mehr erfahren werden üer die Stärken und Schwächen des einen oder anderen Gerätetyps...

Ein deutsches „Lobster“-OBS (orange) leistet einem französischen OBS Gesellschaft, bevor es in den Tiefen des Indischen Ozeans verschwindet.

Erstes französisches OBS ausgelegt

Written by Karin Sigloch on Donnerstag, 11 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

11. Oktober 2012

Gestern Nacht wurde das erste französische OBS ausgelegt. Das erste Mal ist besonders, und so war trotz der späten Stunde das Publikum zahlreich erschienen. Leider fotografiert sich das Ereignis nachts nicht optimal...

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...daher dasselbe noch einmal bei Tageslicht. Das zweite französische OBS startete seine Reise zum Meeresboden heute Vormittag. Sieben weitere werden folgen, abwechselnd mit ca. 25 deutschen OBS. Der Hauptvorteil des französischen Modells ist, dass es seismische Wellen bei niedrigeren Frequenzen aufzeichnen kann.

…daher dasselbe noch einmal am hellichten Tag. Das zweite französische OBS startete seine Reise zum Meeresboden heute Vormittag. Sieben weitere werden folgen, abwechselnd mit ca. 25 deutschen OBS. Der Hauptvorteil des französischen Modells ist, dass es seismische Wellen bei niedrigeren Frequenzen aufzeichnen kann.

Ende von Leg 1 -- ab in den Süden

Written by Karin Sigloch on Donnerstag, 11 Oktober 2012.

8. Oktober 2012

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Die erste Hälfte unserer Fahrt endete heute. Als die Marion Dufresne sich morgens La Réunion näherte, war die Sicht auf die 3000 m hohe Vulkaninsel ausgezeichnet. Unser wissenschaftlicher Traum wäre es, bis 3000 km unterhalb der Insel mit derselben Abbildungsschärfe zu sehen. (Photo: Nicolas Villeneuve)

 

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Einfahrt in den Hafen: erleichtert sehen wir, dass sich alle Hafenmaschinen bewegen. Wir kamen einen Tag früher an, um den morgigen, erneuten Hafenstreik zu vermeiden.

 

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Abends verabschiedeten wir uns von 11 Kollegen, die von Bord gingen – sie hatten sich vor allem für die Region rund um die Maskareneninseln interessiert. Der zweite Abschnitt wird ein 7000 km lange Runde weit nach Süden sein. Dafür kamen sechs neue Kollegen an Bord, unter anderem das französische OBS-Team mit 9 weiteren Seismometern.

 

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Alles Entladen und Laden funktionierte diesmal zügig. Am späten Abend fuhren wir wieder aus, froh darüber, zurück aufs Meer zu kommen.

 

 

 

„It’s déjà vu all over again”

Written by Karin Sigloch on Samstag, 06 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

6. Oktober 2012

“It’s KUMing home” – Hatten sie etwa den Dockern die Rückkehr der Marion Dufresne verraten?

"It's KUMing home" -- Haben sie etwa die Rückkehr der Marion Dufresne verraten?


Zur Halbzeit unserer Messfahrt war für den 9. Oktober ein kurzer Zwischenstopp im Hafen von La Réunion geplant, um weitere Kollegen und Instrumente aufzunehmen. Und siehe da, just für den 9. Oktober wurde gestern ein Hafenstreik angekündigt. Wirklich. Diesmal ein landesweiter Streik von Hafen- und anderen Arbeitern.

Der Mensch versucht, sich die Welt zu erklären. Die ersten Hafenstreiks seit zehn Jahren, und gerade nur an den beiden Tagen, wo wir die Dienste der Hafenarbeiter brauchen? Ach was, sie müssen uns vermisst haben, unsere Freunde vom Dock. Haben sie wohl niemand zum Reden gehabt, seit wir weggefahren sind. Aber wer hat ihnen verraten, wann wir wiederkommen wollten? Und vor allem, wie stopfen wir dieses Informationsleck, da wir ja noch ein drittes Mal in den Hafen kommen müssen, am Ende der Fahrt?

Aber diesmal haben sie einen Fehler gemacht, sie haben Ihre Pläne mehr als 24 Stunden im Voraus verraten. Der gestrige Tag war eine wilde Telefoniererei, Beratungen, dann Aktion, um unseren Stopp im Hafen um einen Tag vorzuverlegen. Für die aus Europa Ankommenden wurden Flugtickets umgebucht, für die Abreisenden Hotelzimmer, und vor allem haben wir die Fahrtroute (wieder) umdesignt, um nicht mehr Zeit und Strecke als nötig zu verlieren. Dieser taktische Gegenschlag ist voll eingeleitet: Rendezvous am 8. Oktober in Le Port – aber in voller Arbeitsmontur!

Seismic Rock

Written by Jean-Paul Montagner on Freitag, 05 Oktober 2012.

Poème sismique von Jean-Paul Montagner (5.10.2012, im Originaltext)

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De la musique sismique,
Nous sommes des fanatiques,
Malgré tous les dockers,
Nous sommes ses rockers,

Les ondes sont nos rockstars,
Jamais ne sont en r'tard,
Et chantons tous en coeur,
Nous sommes ses rockers.

Faisons valser les ondes,
Elles traversent le monde,
Elles n'aiment pas les frontières,
Elles traversent les mers,

Avec les Obéesses,
Nous avons nos déesses,
Et plus rien ne nous freine,
Sur le Marion Dufresne,

Les ondes sont les rockstars,
jamais ne sont en r'tard,
Et chantons tous en coeur,
Nous sommes ses rockers.

Nachtschicht, 2:00– 4:00 morgens

Written by Heiner Igel, Maria Tsekhmistrenko on Dienstag, 02 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

2. Oktober 2012

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Das ist die härteste der Schichten! Du weißt nicht, sollst du vorher ins Bett gehen oder versuchen, wach zu bleiben mit Kaffee, Diskutieren, sich den Wind um die Ohren blasen lassen, oder im Schiffsbauch Badminton spielen.

Indischer Ozean, Zeit 02:15:00. Der Computerraum ist wie ausgestorben. Wir nehmen die ersten Werte der Daten, die aufgezeichnet werden. Die Schichtarbeit der Wissenschaftler ist dazu da, die wichtigsten Operationen zu überwachen: Das Scannen der Meeresbodentopographie (Bathymetrie), die magnetischen Aufzeichnungen mit einem Gerät, das an einem Kabel hinter dem Schiff hergezogen wird. Die aktuellen Werte werden alle 15 Minuten ins Logbuch eingetragen. 25 Sekunden ist unsere Bestzeit. Die restliche Zeit kann man mit Arbeiten, Lesen, Diskutieren, Gitarrenfingerübungen, oder einem Kopfstand verbringen. Die nächste Lesung kommt schnell!

Indischer Ozean Zeit 02:30:00. Wir fahren mit 15 Knoten. Der Meeresboden ist 4355 m unter uns. Zwei große Bildschirme zeigen den Meeresboden mit leuchtend bunten Farben. Die Baythmetrie ist sensationell! Die Erde feiert da unten eine Party, und ohne die aufwändigen Instrumente würde man davon nichts mitkriegen. Es wäre, als würde man nachts über die Alpen oder den Rheingraben fliegen. Unter dem Schiff sind Rücken, wo ozeanische Kruste erzeugt wird und auseinanderdriftet. Hunderte Meter hoch. Lineare Strukturen aller Größenordnungen zeigen die Folge der Dynamik des Meeresbodens, der sich mit mehreren Zentimetern pro Jahr bewegt.

In unserem täglichen Seminar um 17 Uhr lernen und diskutieren wir über die Beziehung zwischen ozeanischen Rücken und Plumes. Plumes sind (oder sind sie es nicht?) Strukturen die tief ins Erdinnere reichen, an ihrem Ort zu bleiben scheinen, während die ozeanischen Platten und die Rücken über sie hinwegziehen. Manchmal ziehen sich Plumes und Rücken an, tauschen etwas Wärme aus ... und, ja, wenn sie dann zusammen sind, geht's ab! Sie spucken Lava aus, die sich zu gewaltigen vulkanischen Plateaus entwickeln können und große Inseln bilden (z.B. die Azoren, Island, und andere). Manchmal haben die Rücken genug von den alternden Plumes, ziehen weiter, und suchen einen zweiten Frühling. Manchmal gehen sie gemeinsam in den Ruhestand.

Indischer Ozean Zeit 02:42:16. Das Telefon klingelt. Wir schrecken auf. Die Brücke ruft an. Der Assistent des Kapitäns spricht mit schnellem Französisch. "Attendez, je ne suis pas Français, lentement!" antworte ich. Er teilt uns mit, dass er in 8 Minuten das Schiff verlangsamen wird, da wir uns dem nächsten Zielpunkt nähern. Wir schreiben das ins Logbuch, und der Techniker schaltet das Sonographie System an, mit dem der Meeresboden untersucht wird. Auf einem weiteren Bildschirm sehen wir mehrere horizontale Linien, mit Zick-Zack an beiden Enden. In der Mitte sieht es aus wie ein Schichtkuchen, und das ist genau was wir wollen. Der Meeresboden ist topfeben. Genau richtig, um das Seismometer korrekt abzusetzen.

Jetzt kommt Leben in die Bude! Die Chefwissenschaftler und Techniker erscheinen, um das Baby sauber ins Meer zu versenken. Wenn die richtige Position erreicht ist, führt ein Kran das Ozeanbodenseismometer über das Wasser. Sehr, sehr langsam wird es abgesetzt. Höchste Konzentration. Wenn die Wellen Probleme machen, kann das OBS unsanft landen. Der Moment ist gekommen und der Haken wird gelöst. Für eine kleine Weile kann man das weiße blinkende Licht verfolgen, bis es im Abgrund verschwindet.

Es wäre so cool, man könnte seinen Weg zum Meeresboden mit einer Webcam mitverfolgen, seine Heimat für das nächste Jahr und die dort lebenden Shrimps kennen lernen. Aber das ist etwas für die nächste Generation. Wenn alles gut geht wird es in einem Jahr plötzlich von seinem Stahlrahmen befreit und driftet nach oben, voll mit spannenden Erdbebendaten eines ganzen Jahres.

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Im Arbeitsmodus

Written by Chris Scheingraber, Maria Tsekhmistrenko on Dienstag, 02 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

30. September 2012

Unser Kollege Olivier nutzt die Chance für einen schnellen Anruf mit dem Handy, während die Marion Dufresne an seiner Heimatinsel Rodrigues vorbeifährt (500 km östlich von Mauritius, 33000 Einwohner). (Photo: Karin Sigloch)

Scheinbar unendliche Weiten tiefblauen Ozeans umgeben uns, die letze Insel Rodrigues ist bereits vor Stunden an uns vorbeigezogen, das letzte Schiff heute morgen. Nach dem ersten Aussetzen eines Seismometers, und der vom IPEV organisierten kleinen Feier aus diesem Anlass, kehrt allmählich eine gewisse Routine in den Tagesablauf auf dem Schiff ein.
Ein Teil der Wissenschaftler kümmert sich um die korrekte Aufzeichnung der bathymetrischen, gravimetrischen und Magnetik-Daten, während ein kleinerer Teil sich um die Vorbereitung und das Aussetzen der OBS kümmert. Tag und Nacht herrscht eine ständige Geschäftigkeit an Bord. Die Stationen haben keinen gleichmäßigen Abstand, wenn das Schiff eine Station anfährt, muss alles bereit sein, auch wenn es mit dem Mittagessen kollidiert oder den Schönheitsschlaf um 3 Uhr morgens unterbricht. Obwohl der Schlaf zu kurz kommt und man mittlerweile nicht mehr so oft dazu kommt, sich gemütlich zusammen zu setzen, wie es während des Streiks der Fall war, sind doch alle mit der jetzigen Situation definitiv glücklicher.

Die Werkstatt: Ozeanboden-Seismometer fertig für eine Reise in die Tiefe.

Erstes Ozeanbodenseismometer ausgelegt

Written by Chris Scheingraber, Simon Stähler on Sonntag, 30 September 2012. Posted in Cruise 2012

29. September 2012

Erstes Ozeanbodenseismometer ausgelegt (Bild: Chris Scheingraber).

Während unseres ersten vollen Tages auf See richteten wir unsere Werkstatt ein und testeten die Auslösemechaniken für die Ozeanbodenseismometer. Am späten Nachmittag haben wir das erste Gerät ins Meer gelassen.

Abfahrt!

Written by Maria Tsekhmistrenko on Samstag, 29 September 2012. Posted in Cruise 2012

28. September 2012

Darauf haben wir gewartet: 48 Ozeanbodenseismometer (Bild: Chris Scheingraber).

Gebanntes Warten. Die Nervosität ist allen Mitfahrern deutlich ins Gesicht geschrieben. Nach Tagen des Bangens um den Erfolg der Forschungsfahrt, breitet sich Erleichterung über das Schiff aus.

„Da sind sie, endlich...“

Die Container kommen, die Hafenarbeiter haben ihre Arbeit wieder aufgenommen, als erstes kümmern sie sich um unsere wertvolle Fracht. „Freude“ kann kaum ausdrücken, was wir empfinden, und „Erleichterung“ ist eine grobe Untertreibung.

Nach Tagen des Nichtstuns ist die aufkommende Geschäftigkeit eine willkommene Abwechslung. Die Fracht wird zügig von der Schiffscrew und einigen Wissenschaftlern aus den Containern entladen und mit dem Schiffskran auf das Helideck verfrachtet, ca. drei Stunden dauert der Vorgang, und jetzt braucht es schon einen Zyklopen, um uns daran zu hindern, den Hafen zu verlassen.

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Für 15.00 Uhr ist die Abfahrt der Marion Dufresne aus „Le Port” geplant. Während die letzten Vorbereitungen für die Abfahrt von der Crew durchgeführt werden, warten die Mitglieder des wissenschaftlichen Teams auf dem Deck auf die Abfahrt. Das Wetter ist bewölkt, es fängt auch an leicht zu nieseln, während das letzte Tau ins Wasser fällt und die Marion Dufresne sich auf große Fahrt begibt. Doch dieser Umstand stört niemanden an Bord, denn wir sind endlich unterwegs!

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Der Zwischenfall mit dem Streik kam schon einer Odyssee gleich, trotzdem steht uns noch die ganze Arbeit bevor. Dennoch hat die Zeit auf dem Schiff dazu geführt, dass sich die Wissenschaftler und die Crew besser kennen und mögen lernen. Diese wahrscheinlich einmalige Erfahrung schweißt die Leute zusammen, und ich freue mich schon auf die kommende Zusammenarbeit.

Freiheit für die Marion Dufresne!

Written by Karin Sigloch on Freitag, 28 September 2012. Posted in Cruise 2012

27. September 2012

Politisch aktiv. (Photo: Kasra Hosseini)

Wir sitzen immer noch im Hafen fest, denn die Hafenarbeiter streiken weiter. Das Arrangement: wir sind inzwischen das einzige Schiff im Hafen, während die Streikenden vor dem Haupttor aufpassen, dass niemand unsere Ruhe stört.

Wissenschaftlich gab es bis dato viele Worte, wenig Taten (d.h. tägliche Seminare, abendliche Diskussionen, ansonsten Träume). Aber bei so viel politischer Aktion um uns herum mussten wir auch einsteigen. Unsere Kollegen aus La Réunion haben viele Stunden am Hafentor verbracht, um die Interessen der Hafenarbeiter zu verstehen und zu sondieren, ob für die Herausgabe unserer vier Container eine pragmatische Lösung möglich ware. Wir haben uns auch an den Präfekten der Insel gewandt, da in unserem Experiment erhebliche Steuergelder stecken, und die Ergebnisse relevant sein werden für die Gefahrenabschätzung am Vulkan.

Das Photo zeigt einen früheren Versuch aus unserer Reihe: "Freiheit für die Marion Dufresne": wir winken dem Präfekten "Guten Morgen und SOS". Wir hatten erfahren, dass sein Hubschrauber frühmorgens den bestreikten Hafen überkreisen sollte, da wollten auch wir gesehen worden, denn die direkte Kontaktaufnahme mit der Präfektur hatte sich als nicht-trivial erwiesen. Der Parkplatz vor dem Schiff schien geeignet, und jeder brachte sein eines weißes Handtuch für guten Farbkontrast. Leider kam der Hubschrauber nicht.

Wir konnten dem Präfekten unser Anliegen gestern doch noch persönlich vortragen, bekamen eine hilfreiche Reaktion, und meinten unser Problem endlich gelöst – bis sich die Hoffnung am Hafentor kurze Zeit später wieder in Luft auflöste. Fünf Tage nach unserer geplanten Abfahrt kann unser Fahrtleiter von wissenschaftlicher Aktion auf dem Meeresgrund weiterhin nur träumen...

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